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Der Ausbau der energetischen Nutzung von Bioenergie ist in Deutschland nach dem Inkrafttreten des EEG 2014 stark eingebrochen. So meldet der Fachverband Biogas für 2015 nur 23 MWel an zusätzlicher Bemessungsleistung von Biogasanlagen, die überwiegend im Bereich Abfall- und Reststoffe zugebaut wird. Zurzeit erfolgt daher keine nennenswerte weitere Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Energiepflanzen. Gleichwohl ist mit keinem Rückgang der Anbauflächen zu rechnen, da den vorhandenen Biogasanlagen eine 20-jährige Vergütung des produzierten Stroms nach dem jeweiligen EEG rechtlich zusteht. Für die meisten dieser Anlagen läuft die Förderung erst nach 2024 aus.

Bestehende Landnutzungskonflikte aufgrund des Anbaus von Energiepflanzen für die bestehenden Anlagen bleiben also bestehen und eine naturverträgliche Flächenauswahl für den Energiepflanzenanbau und naturverträgliche Anbauformen sind auch weiterhin notwendig.

Die naturschutzfachliche Beurteilung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe ist abhängig von der angebauten Kulturart und dem Standort, an dem die Kultur angebaut wird. Naturschutzfachlich problematisch ist in der Regel nicht die angebaute Kulturart selbst, sondern die Konzentration des Anbaus in bestimmten Regionen und eine Flächeninanspruchnahme, die direkt oder indirekt zu einer Verdrängung naturschutzfachlich wertvollerer Nutzungen führt.

In der Naturschutz-Offensive 2020 des BMUB wird das Ziel formuliert, dass keine weitere Flächenausweitung für den Anbau von Biomasse für die Energieerzeugung mehr erfolgen soll, wenn die Anbaugrenze von 2,5 Millionen Hektar erreicht ist. Damit soll der weiteren Abnahme der biologischen Vielfalt im ländlichen Raum entgegengewirkt werden. Die aktuellen Zahlen für 2015 zu den Anbauflächen nachwachsender Rohstoffe, aufgeschlüsselt nach Energie- und Industriepflanzen, stellt die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung. Durch die EEG-Novelle 2017 mit der Umstellung der Förderung auf Ausschreibungen werden der Bioenergie wieder Perspektiven eröffnet. So werden in den Jahren 2017-2019 150 MWel und in den Jahren 2020-2022 200 MWel an Leistung ausgeschrieben. An der Ausschreibung können auch Bestandsanlagen teilnehmen und so Ihren Förderanspruch um 10 Jahre verlängern. Es ist allerdings noch unklar, ob durch die Ausschreibung eine Fortsetzung, Senkung (bzw. Extensivierung) oder Steigerung (bzw. Intensivierung) der Flächeninanspruchnahme resultieren. Mit Ausnahme einer Obergrenze für den Maiseinsatz, der für alle nach dem EEG 2017 geförderten Anlagen gelten wird, hat das EEG keine spezifischen Elemente, die direkt Einfluss auf Flächeninanspruchnahme bzw. deren Ausprägung haben. Wie sich die neuen Regelungen auf naturschutzfachliche Belange auswirken werden, bleibt daher abzuwarten.